DANCE DATES

 

Die Dating-Plattform für zeitgenössische Tanzstücke

 

 

 

 

 

DANCE DATES 2020

mit der TANZPRODUKTION 2020

November 2020
05-08

 

PROGRAMM

 

Do 05.11. | 20:00 Uhr | Saal
TANZPRODUKTION 2020: NAKED LOVE–a love circle in dance| DAGADA dance company

Do 05.11. | 21:30 Uhr | Choreograf*innen-Nachgespräch | Kammertheater

 

Fr 06.11. |  19:00 Uhr | Saal
How to do a downward facing dog | Johanna Heusser

Fr 06.11. | 20:30 Uhr | Kammertheater
The Great Beauty | Ewelina Kotwa und Belinda Winkelmann

Fr 06.11. | 22:00 Uhr | Choreograf*innen-Nachgespräch | Kammertheater

 

Sa 07.11. | 19:00 Uhr | Saal
(Con)Fabulation | Eric Trottier/Eintanzhaus Mannheim

Sa 07.11. | 20:30 Uhr | Kammertheater
Depth of Field | Emi Miyoshi

Sa 07.11. | 22:00 Uhr | Choreograf*innen-Nachgespräch | Kammertheater

 

So 08.11. | 11:00 Uhr | Saal
Tanz fördern! Kulturpolitisches Podium

So 08.11. | 15:00 & 17:00 Uhr | Saal
(Con)Fabulation | Eric Trottier/EinTanz Haus Mannheim

 

 

RAHMENPROGRAMM (für Tanzschaffende)

PROFITRAINING: Montag bis Sonntag!_9.00 – 10.30 Uhr im SÜDUFER_Smadar Goshen: GAGA

WORSHOPS: Do-Sa_11.- 13.00 Uhr im SÜDUFER Proberaum:

Workshop 1: Mit Jonathan Sanchez mit Material aus der Produktion „Naked Love“ Do 5.11.

Workshop 2: Mit Jonas Onny Fr 6.11.

Workshop 3: Mit Georgia Begbie, choreografisches Vokabular der Produktion (con)fabulation Sa 7.11.

ONLINE-WORSHOP der Tanzszene Baden-Württemberg: Max Schuhmacher

Fr 06.11. | 11:00 – 13:00 Uhr: AG Gastspielaustausch [abgesagt]

Fr 06.11. | 14:00 – 15:30 Uhr: MV Tanzszene Baden-Württemberg [abgesagt]

Fr 06.11. | 16:00 – 18:00 Uhr: Runder Tisch Tanz | Tanzszene BW [abgesagt]

 

Weitere Infos unter www.ewerk-freiburg.de

Im November 2020 findet zum ersten Mal die Tanzplattform DANCE DATES statt – eine ´Dating-Plattform` für zeitgenössische Tanzstücke: Jeder Doppel-Abend ist die sorgfältig ausgewählte Begegnung zweier Choreograf*innen und ihrer Produktionen. Das Format bietet, begleitet von Vernetzungs- und Workshop-Formaten für Publikum und Professionelle, die einzigartige Möglichkeit eines internationalen Gastspielaustauschs. Von Freiburg aus wird eine Brücke geschlagen zwischen Akteur*innen der Tanzszenen in Baden-Württemberg und der Schweiz. Als Initiatorinnen des Festivals geht es dem Kulturamt Freiburg, E-WERK Freiburg e.V. und tanznetz | freiburg nicht nur darum, dass Stücke aus anderen Städten in Freiburg gezeigt werden, sondern dass auch umgekehrt Freiburger Choreograf*innen ihre Stücke zukünftig in anderen Städten präsentieren können.

Damit versteht sich die Tanzplattform als Forum zur Präsentation und Vernetzung aktueller Entwicklungen, Strömungen und Akteur*innen im zeitgenössischen Tanz in Baden-Württemberg und seiner Nachbarländer. Die Veranstaltung richtet sich an Gäste aus dem In- und Ausland, an Kulturveranstalter*innen, die Fachpresse und ein interessiertes Publikum vor Ort.

DIE ERÖFFNUNG

Einen wichtigen Part der Dance Dates übernimmt auch die, vom TANZPAKT Stadt-Land-Bund finanzierte TANZPRODUKTION 2020: NAKED LOVE – A love circle in dance | DAGADA dance company.

 

 

Multiserielle Monogamien, Patchwork, Einsamkeit, Asexualität, Dauerdating, Pornokonsum oder die Ökonomisierung von Liebesdiensten – der Blick auf heutige Beziehungsrealitäten eröffnet Konfliktpotential. Aber es gibt auch die Suche nach neueren, freien Formen der Liebe.

Die Tanzproduktion NAKED LOVE – a love circle in dance unter der künstlerischen Leitung von Karolin Stächele verarbeitet zum einen Interview-Eindrücke einer zehnmonatigen künstlerischen Recherche zum Thema „Wie liebst du? Liebe in einer sich transformierenden Gesellschaft”. Karolin Stächele begegneten zahlreiche Menschen, die unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Präferenz oder biografischem Hintergrund neue Wege in der Liebe, in ihrer Beziehung oder allein gehen. Sie alle wollen bisher ungelebte oder verheimlichte, sexuelle oder asexuelle Anteile der Liebe ehrlicher leben. Vieles ist immer noch tabuisiert und in der Mehrheitsgesellschaft nicht bekannt.

Zum anderen ist NAKED LOVE eng an das dramaturgische Konstrukt des von Arthur Schnitzler vor hundert Jahren uraufgeführten, skandalauslösenden Theaterstückes „der Reigen“ angelehnt.
Sein berühmtes Werk zeigt in zehn einfachen Dialogen einen sich schließenden Kreis voller frivoler, zärtlicher, triebhafter, todtrauriger Begegnungen der verschiedenen Gesellschaftsschichten. Durch direktes Zeigen der immer gleichen Szenen mit verschiedenen Personen veröffentlichte er auf spektakuläre Weise die Sexualsphäre seiner Zeit als das entlarvende Sittengemälde einer moralisch starren Bürgergesellschaft.

Karolin Stächele erarbeitet als Höhepunkt der TANZPAKT-Förderung im E-WERK mit ihrem fünfköpfigen internationalen Ensemble eine komplexe, abstrakte Choreografie, die in zehn Episoden das intime Begegnen, sexuelle Ausleben, die Berührung, die Einsamkeit und Grenzsetzung, das Trennen, den Schmerz oder den sexuellen Orientierungswechsel zeigt.

NAKED LOVE ist keine getanzte Gesellschaftskritik, sondern der Versuch, das unaussprechlich Wesentliche im Menschen und der Liebe unserer Zeit zu begreifen: Zulassen und loslassen als unabdingbare Regel in der Liebe.

Eine Produktion des E-WERK Freiburg in Kooperation mit tanznetz|freiburg und dem Kulturamt Freiburg. Mit freundlicher Unterstützung des Aktionstheaters PAN.OPTIKUM und LI-Germany.

 

MIT
Künstlerische Leitung: Karolin Stächele/DAGADA dance company
Choreografie: Karolin Stächele in Zusammenarbeit mit den Tänzer*innen
Konzept: Karolin Stächele, Sabine Noll
Tanz: Christian Leveque, Marco Rizzi, Jonathan Sanchez, Natalia Gabrielczyk, Simone Elliott
Dramaturgische Begleitung: Sabine Noll
Musik: Paul Tinsley
Bühne: Sönke Ober
Licht: Natalie Stark
Kostüm: Karolin Stächele
Produktionsleitung: Luka Fritsch
Assistenz: Katharina Ludwig
Projektleitung: Laila Koller/E-WERK Freiburg

DATE 1

How to do a downward facing dog?
Choreographie von Johanna Heusser

 

 

“How to do a downward facing dog?” ist ein Projekt, das sich anhand der Yogaposition Asana biografisch, körperlich und theoretisch mit dem Phänomen Yoga und seiner Position innerhalb eines komplexen Geflechts aus gesellschaftspolitischen Zusammenhängen auseinandersetzt. Johanna Heusser ist ausgebildete Tänzerin und hat sich wie viele ihrer Berufskolleg*innen der Ausbildung zur Yogalehrerin unterzogen. Daraus folgten längere Aufenthalte in Indien, die ihr eine andere Perspektive auf die Ausbildung eröffneten sowie die Wechselwirkungen zwischen Indien und Westeuropa verdeutlichten. Ebenso wurde ihr die eigene Position als weiße Schweizerin in diesem Geflecht bewusst.

Im Rahmen der Produktion untersucht sie diese biografische Erfahrung unter Gesichtspunkten kultureller und neoliberaler Aneignung. In einer Lecture Performance wird ihr eigener Körper zum Anschauungsmaterial der Verhandlung.

 

MIT
Choreografie & Performance: Johanna Heusser

 

 

 

The Great Beauty
Ewelina Kotwa/ Belinda Winkelmann

 

Diese Tanzproduktion setzt sich auf künstlerischer Ebene mit der aktuellen Situation auf unserem Planeten auseinander und öffnet den Raum für eine positive Zukunftsvision. „Die Frage nach dem Verhältnis des Menschen zur Natur ist wahrscheinlich die wichtigste des gegenwärtigen Jahrhunderts“, sagt der französische Anthropologe Philippe Descola. „The Great Beauty“ ist der Versuch, sich dieser Frage künstlerisch anzunähern. Es wird zu einer poetische Hommage an die Vielfalt des Lebens, welche in einem Gleichgewicht koexistierend die Schönheit dieser Erde ausmacht.

 

MIT
Choreografie & Performance: Ewelina Kotwa/Belinda Winkelmann
Stimme: Zoe Ingellis
Bühnenbild: Jens Burde
Licht: Natalie Stark
Dramaturgische Begleitung: Laura Heinecke
Kostüme: Stefanie Wyen, Bianka Heck

DATE 2

(Con)fabulation
Tanzinstallation von La Trottier Dance

 

Die Proben zum neuen Stück von Éric Trottier mit vier Tänzerinnen hatten bereits begonnen, da rückte die Corona-Pandemie alle Menschen auf Abstand. Von den notwendigen Änderungen für Bühne und Zuschauerraum inspiriert, entstand die bildgewaltige, zugleich schöne und beunruhigende Tanzinstallation „(Con)fabulation“, die beim Theaterfestival Schwindelfrei in Mannheim Premiere feierte.

Die Zuschauer*innen sind eingeladen in einen Bühnenraum mit vier Plexiglas-Kuben, in denen die Tänzerinnen Georgia Begbie, Lisa Bless, Laura Börtlein und Franziska Schmitz die Frage nach unserer Identität und unserem Verhältnis zueinander ganz neu stellen und neue Verhältnisse zwischen Publikum und Künstlerinnen ausloten. Die Versuchsanordnung auf der Bühne schützt beide voreinander, trennt sie und bringt sie gleichzeitig hautnah zusammen.

 

MIT
Regie & Choreografie: Éric Trottier
Tanz: Georgia Begbie, Lisa Bless, Laura Börtlein, Franziska Schmitz
Kostüm: Melanie Riester
Lichtdesign: Éric Trottier, Stefan Grießhaber
Musik: Peter Hinz, Steffen Dix
Live-Video: Peter Hinz
Choreografische Assistenz: Michelle Cheung, Tobias Weikamp

 

Depth of Field
Solo-Tanzperformance von Emi Miyoshi

 

Nach den beiden großen Produktionen IN MY ROOM (2017) – ausgezeichnet mit dem Stuttgarter Tanz- und Theaterpreis – und A HOUSE (2018) kehrte die in Freiburg lebende japanische Tänzerin und Choreografin Emi Miyoshi 2019 mit „Depth of Field“ zurück zur Minimalform. Anknüpfend an ihre erste Soloarbeit SINKING FLOAT (2003) begegnet die Tänzerin darin den eigenen Wurzeln neu und kreiert ein choreografisches Tableau aus fernöstlicher und westlicher Ästhetik. Im Mittelpunkt steht der ewige Kreislauf des Lebens.
»Depth of Field« bezeichnet in der Fotografie die Tiefenschärfe, den Bereich, innerhalb dessen ein Objekt scharf abgebildet wird. Licht und Schatten kommt hierbei eine zentrale Bedeutung zu. Indem Emi Miyoshi durch Ein- und Ausblenden den Blick des Publikums abwechselnd auf sie selbst, einzelne Körperpartien oder die Bühneninstallation lenkt, lädt sie die Zuschauer*innen ein, ihr Innerstes zu entdecken.

 

MIT

Leitung, Choreografie, Tanz, Bühne, Kostüm: Emi Miyoshi
Videoinstallation & Foto: Marc Doradzillo
Musik: Ephraim Wegner, Jad Fair, Tenniscoats & Norman Blake, Autechre und world’s end girlfriend
Dramaturgische Unterstützung: Emma-Louise Jordan
Licht: Natalie Stark
Produktionsassistenz: Katharina de Andrade Ruiz & Bühnenassistenz: Lisa Klingelhöfer